Das Portal des "Parco dei Guerrieri"

SMVP (Erbe Liste der Museum System)

 
Historische Referenzen Historische Referenzen

Mit dem Portal wurde versucht, die Verbindung zwischen der antiken und der modernen Stadt wiederherzustellen, die Gelegenheit zu nutzen, um die Bedeutung archäologischer Funde für die Raumordnung zu unterstreichen, und außerdem im übertragenen Sinn in Form und Aufbau das Eingangstor zur Stadt und damit den Beginn der Besichtigungstour entlang der Stadtmauern darzustellen.
Das Portal bildet damit nicht so sehr den materiellen Zugang, sondern vor allem den geistigen, mit dem der Besucher zur Kenntnis der antiken Ruinen geführt werden soll. Üblicherweise ist die Gestaltung des Eingangs zu einer archäologischen Ausgrabungsstätte, sofern ein solcher überhaupt existiert, meist unangemessen.
Niemals begreift man, was die Zugänge und was die Parkplätze sind, und die Besucher befinden sich urplötzlich in der antiken Stadt, ohne genau zu wissen, wie und warum.
Daher sind wir davon ausgegangen, dass hier am Eingang entscheidende Weichenstellung für eine „gute“ archäologische Vorstellung erfolgt.
Folglich wurde entschieden, dass alle Einrichtungen für die Aufnahme der Besucher (Kartenverkauf, Info-Center, Parkplätze usw.) hier untergebracht werden sollten und daher ein Gebäude zu errichten war, das die Besucher auf die Besichtigung einstimmt und zu einem Rundgang entlang der messapischen Mauern von Vaste geleitet. Vom architektonischen Standpunkt aus gesehen, haben wir das Projekt für das Portal von Anfang an als ein Vorhaben aufgefasst, das die Eigenheiten des Ortes und die Besonderheiten der traditionellen Bautechniken und -materialien gewissermaßen „aufnehmen“ konnte.
Es wurde daher der Versuch unternommen, dem Thema „Befestigungsanlage“ durch die Vorstellung eines Teils der Stadtmauern Bedeutung zu verleihen, wobei diese gegenüber dem authentischen Rundgang versetzt erscheinen.
Andererseits erlaubte die nahe Kreisstraße es, die Vorstellung der Monumentalität umzusetzen, um das Interesse der Touristen zu wecken. Der Bau ist leicht gekrümmt und zieht sich über zwei Stockwerke sowie die Terrasse mit Aussicht über den Park hin.
Die Gesamtlänge beträgt 19 m, die Breite 4,5 m (ohne Treppe), die Höhe 6,50 m. Der Eingang ist von einem Rahmen aus Sichtbeton umgeben.
Dies ist der Zugang, durch den man in den Park und den dahinterliegenden Lehrgarten gelangt, wo die Trennwände an der Treppe als Leinwände für Dia- oder Filmvorführungen oder als Kulissen für Ausstellungen im Freien benutzt werden.
Der vertikale Zugang erfolgt über eine Außentreppe an der Rückseite des Gebäudes. Die Arbeiten am Portal wurden in enger Zusammenarbeit und unter Berücksichtigung der wertvollen Hinweis von Francesco D’Andria, dem wissenschaftlichen Leiter des Projekts, durchgeführt.
Der Bezug auf die Befestigungswerke ist gewollt und erfolgt dadurch, dass deren Abmessungen und Form, wie sie aus den Ergebnissen der archäologischen Forschung hervorgehen, aufgenommen werden.
Das Gebäude liegt allerdings etwa 50 m vom Verlauf der Stadtmauern entfernt.
Die Treppe auf der Rückseite imitiert die Treppen der hellenistischen Stadtbefestigung, die auf die Wehrgänge führen, und ermöglicht dem Besucher den Zugang zur Terrasse, von der aus sich der Blick auf den umliegenden archäologischen Park bietet. An der Fassade lassen sich drei Mauertechniken unterscheiden: unten die Steinblöcke, die für die messapischen Befestigungsanlagen typisch sind (4.-3. Jh. v.Chr.), in der Mitte die mittelalterliche Mauertechnik mit wiederverwendetem Baumaterial wie Steinen verschiedener Größe, Ziegeln, behauenen Blöcken; oben schließlich sieht man die rechteckigen kleinen Blöcke, die für die Wehrbauten typisch sind, die im 16. und 17. Jh. n.Chr. von Aragonesen und Spaniern im Salento errichtet wurden.
Im oberen Teil ist schließlich eine aus Lampen gebildete Inschrift zu lesen, einer Technik, wie sie im Salento traditionell bei Volksfesten zur Anwendung kommt.
Die Inschrift besteht aus 850 Led-Leuchten, die mit ebenso vielen Lampenhaltern am Holzträger eines jeden Buchstabens angebracht sind.
Diese Art der Inschrift ist für das Salento typisch und bildet den oberen Teil eines Gebäudes, das anhand der Mauertechnik die wichtigsten Epochen der Baugeschichte des Salento darstellen soll.